Schriftliche IHK-Prüfung Berufsspezialist IT & Bachelor Professional IT: Format, Bewertung und Vorbereitung (2026)
Wie ist die schriftliche Prüfung für die IT-Aufstiegsfortbildungen aufgebaut, wie wird sie bewertet und wie bereitest du dich gezielt vor? Ein Überblick auf Basis der Fortbildungsprüfungsverordnung und des Rahmenlehrplans.
Es gibt viele Ratgeber zur Prüfungsvorbereitung. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf das, was sich belastbar festhalten lässt: das offizielle Prüfungsformat, die Bewertungsregeln und eine Vorbereitungsstrategie, die genau dazu passt.
Als Weiterbildungsanbieter für die IT-Aufstiegsfortbildungen bereiten wir bei CloudHelden Teilnehmende gezielt auf diese Prüfungen vor. In diesem Artikel fassen wir zusammen, worauf es bei der schriftlichen Prüfung ankommt. Alle Angaben zum Format stützen sich auf die Fortbildungsprüfungsverordnung, die Vorbereitungstipps auf den Rahmenlehrplan und die Rückmeldungen unserer Teilnehmenden.
Dieser Artikel behandelt ausschließlich die schriftliche Prüfung, und zwar alles, was fachrichtungsübergreifend gilt. Die Tipps hier gelten unabhängig davon, ob du dich auf Systemintegration & Vernetzung, Informationssicherheit, Softwareentwicklung oder IT-Beratung spezialisierst.
Einen separaten Guide zur mündlichen Prüfung (Präsentation und Fachgespräch) veröffentlichen wir gesondert. In Teil 2 dieser Serie gehen wir auf die Bewertungskriterien ein, in Teil 3 auf Vorbereitung, Prüfungstag-Taktik und FAQ.
Neuland: Die ersten Prüfungen sind gelaufen
Die ersten Prüfungen für die IT-Aufstiegsfortbildungen sind absolviert. Anders als bei lange etablierten Abschlüssen gibt es noch keine jahrelange Sammlung alter Prüfungen und keine "So war es letztes Jahr"-Berichte. Genau deshalb sind das offizielle Prüfungsformat und der Rahmenlehrplan deine wichtigsten Orientierungspunkte. Beide sind verbindlich und öffentlich zugänglich, und beide sagen dir mehr über die Prüfung, als jeder Hörensagen-Tipp es könnte.
Verständnis schlägt Detailwissen
Wer Format und Rahmenlehrplan ernst nimmt, erkennt schnell den Charakter dieser Prüfung: Es geht weniger um tiefes Spezialwissen in einer einzelnen Technologie als um ein solides Gesamtverständnis. Das ist keine Prüfung, in der du wissen musst, wie ein Docker-Container im Detail konfiguriert wird oder welche Programmiersprache welche Eigenheiten hat. Im Vordergrund stehen übergreifende Kompetenzen wie Risikoanalyse, Projektplanung oder die Abwägung von Vor- und Nachteilen verschiedener Lösungsansätze - je nach Fachrichtung mit dem entsprechenden Schwerpunkt.
Das passt zum Wesen einer Aufstiegsfortbildung: Sie zielt auf die höhere Qualifikationsebene und auf das Denken in Zusammenhängen, nicht auf die Wiederholung der Detailfragen aus der Fachinformatiker-Prüfung. Die Situationsaufgaben sind entsprechend breit angelegt und bewegen sich eher auf High-Level-Niveau. Wer den Rahmenlehrplan gründlich durchgearbeitet hat und die Zusammenhänge versteht, ist damit gut aufgestellt. Spezialwissen in einer bestimmten Technologie ist weniger gefragt als ein durchdachtes Gesamtbild.
Wie die Prüfung aufgebaut ist
Die schriftliche Prüfung besteht aus zwei Situationsaufgaben, die auf demselben Szenario basieren. Eine solche Aufgabe könnte zum Beispiel so aussehen: Ein Unternehmen eröffnet einen neuen Standort und baut dort ein Data Center auf. Aus diesem Szenario ergeben sich offene Fragen, die frei formuliert beantwortet werden müssen. Es gibt kein Multiple Choice.
Zum Zeitrahmen: Pro Aufgabe sind 90 bis 120 Minuten vorgesehen. Diese Zeit ist für die Bearbeitung der offenen Fragen großzügig bemessen. Wer strukturiert vorgeht, gerät in der Regel nicht unter Zeitdruck. Die genauen Rahmendaten zum Format findest du im nächsten Abschnitt.
Was das für deine Vorbereitung bedeutet
Daraus ergeben sich ein paar klare Empfehlungen: Der Rahmenlehrplan ist dein wichtigstes Vorbereitungsdokument, denn die Prüfung orientiert sich eng daran. Setze auf Verständnis statt auf das Auswendiglernen von Detailwissen. Und übe, offene Fragen strukturiert und im Kontext einer Situationsaufgabe zu beantworten. Das ist das Format, auf das du dich einstellen solltest.
Wie sich die Prüfungen über die kommenden Jahre entwickeln, bleibt abzuwarten. Für deine Vorbereitung jetzt gilt: Halte dich an das offizielle Format und den Rahmenlehrplan. Das sind die verlässlichsten Quellen, die es gibt.
Aufbau und Format der schriftlichen Prüfung
Hier die harten Fakten zum Format. Diese Angaben basieren auf der Fortbildungsprüfungsverordnung (in Kraft seit 1. November 2024) und gelten für alle Fachrichtungen gleichermaßen.
Zwei Situationsaufgaben, jeweils 90 bis 120 Minuten
Die schriftliche Prüfung besteht aus zwei Prüfungsleistungen in Form von zwei schriftlich unter Aufsicht zu bearbeitenden situationsbezogenen Aufgaben. Pro Aufgabe hast du zwischen 90 und 120 Minuten Bearbeitungszeit. Die genaue Dauer wird von der IHK im Vorfeld festgelegt.
Beide Situationsaufgaben basieren auf demselben Ausgangsszenario. Alle Fragen sind offene Fragen, die sich direkt auf dieses Szenario beziehen. Es gibt kein Multiple Choice.
Bundesweit einheitlich
Die schriftlichen Prüfungen werden mit bundesweit einheitlichen Aufgaben und an bundeseinheitlichen Terminen durchgeführt. Es spielt also keine Rolle, bei welcher IHK du die Prüfung ablegst. Die Aufgaben sind identisch. Das garantiert Chancengleichheit für alle Teilnehmer, unabhängig vom Bildungsträger oder Standort.
Bewertung und Bestehen
Um die schriftliche Prüfung zu bestehen, musst du in jeder der beiden Situationsaufgaben mindestens 50 von 100 Punkten erreichen. Die Ergebnisse der beiden Klausuren werden addiert und durch zwei geteilt.
Wichtig: Falls du in einer der beiden Klausuren weniger als 50, aber mindestens 30 Punkte erreichst, hast du die Möglichkeit einer mündlichen Ergänzungsprüfung. Erreichst du in beiden Klausuren weniger als 50 Punkte oder in einer Klausur weniger als 30 Punkte, musst du die entsprechenden Teile im nächsten Prüfungsdurchlauf wiederholen.
Einordnung im Gesamtprüfungsverfahren
Die schriftliche Prüfung ist der erste Schritt im Prüfungsverfahren. Erst danach folgt die mündliche Prüfung (Präsentation und Fachgespräch). Dazu mehr in unserem separaten Guide zur mündlichen Prüfung. Das gesamte Prüfungsverfahren muss innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden, gerechnet ab dem ersten Prüfungstag.
Zur Gewichtung: Laut Verordnung wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet. Die schriftliche Prüfung hat also erhebliches Gewicht für deine Gesamtnote. Ein gutes Ergebnis hier gibt dir eine solide Basis.
Dies ist Teil 1 unserer Serie zur schriftlichen IHK-Prüfung. In Teil 2 erfährst du,7 Regeln für eine überzeugende Klausur. In Teil 3 geht es um Vorbereitung und Prüfungstag-Taktik.
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